16/07/2012

Gefährdung der Minderheitensprachen der Welt

Die Sprachen der Welt sterben schneller als je zuvor aus. Viele Minderheiten- und Dialektsprachen spricht nur ein Häuflein von Menschen, das die letzte Generation mit dem Wissen der Minderheiten-Muttersprache darstellt. Als Einzelpersonen muss uns bewusst sein, dass der Verlust der eigenen Muttersprache den Verlust der eigenen Kultur, Geschichten und Wissen bedeutet.
Die Sprachwissenschaftler schätzen, dass bis zum Jahr 2100 mindestens die Hälfte der 7.000 auf der Welt gesprochenen Sprachen verschwinden wird.
Viele Sprachen stehen am Rande des Aussterbens. So sprechen die Sprache Krenak nur noch ungefähr 10 Menschen in Brasilien. Abaga sprechen nur noch 5 Menschen in Papua-Neuguinea. Aufgrund der Schätzung von Unesco sprechen 100 verschiedene Sprachen in Indonesien nur noch ungefähr 500 Menschen.

Wieso ist das wichtig?

Der Forscher von National Geographic, Wade Davis, sagte: “Sprachen sind ein Ausdruck des reichen Kulturerbes seiner Sprecher, ihrer mündlichen Überlieferungen, Geschichten, Dichtungen und Lieder. Jedes Mal, wenn eine Sprache verschwindet, verlieren wir die einzigartige Ausdruckskultur in der Gemeinschaft, den Humor und die Lebensart sowie wertvolles medizinisches, wissenschaftliches und botanisches Wissen.”
Die sprachliche Vielfalt bereichert die Welt und erinnert uns daran, dass viele verschiedene Arten des Denkens und der Ausdrucksweise existieren.
Der Gigant Google hat angefangen ein Projekt zu entwickeln, das versuchen soll, die gefährdeten Minderheitensprachen der Welt zu erhalten. http://www.endangeredlanguages.com
Die Idee ist, dass der Benutzer die audiovisuellen Informationen über Sprachen, Fotografien, Wörterbücher und Grammatik der gefährdeten Sprachen hochladen kann.
Auch die Weltkarte wird gezeigt, die Informationen über jede Sprache sowie ihre Herkunft und Kultur enthält. Das ist eine einzigartige Quelle für die Sprachwissenschaftler und für jeden, der Interesse an Sprachen hat.
Obwohl Google bei diesem Projekt federführend ist, ist beabsichtigt, alle Ergebnisse und Informationen den Forschern der Universität in Michigan zur Verfügung zu stellen. Bei Google hofft man, dass die neuen Quellen die Welt über die Gefahr des Verschwindens, die 3.054 Sprachen droht, aufklären und zu deren Erhaltung beitragen werden.